Zeit für einen Strategiewechsel

Bei einem bedarfsgerechten Entwurmungs-Management werden sowohl die individuelle Situation jedes Pferdes als auch die spezifischen Haltungsbedingungen im Bestand berücksichtigt und damit einer Resistenzentwicklung der Parasiten gegen die Entwurmungsmittel vorgebeugt

 

Die Parasitenüberwachung stellt für jeden Pferdebesitzer und jeden Stallbetreiber ein prioritäres Thema dar, welches eine kontinuierliche Aufmerksamkeit erfordert. Bei HealthBalance in Niederuzwil befasst sich eine eigene Gruppe, geleitet von Priv.-Doz. Dr. med. vet. Hubertus Hertzberg seit mehreren Jahren ausschliesslich mit dieser Thematik.

Die Parasitenkontrolle ist in den letzten 10 Jahren vor allem aufgrund der zunehmenden Resistenzentwicklung der Erreger gegen die Medikamente deutlich komplexer und damit schwieriger und anspruchsvoller geworden. Daher ist es in diesem Bereich heute umso wichtiger, dass Sie im Sinne einer optimalen Betreuung Ihrer Pferde einer fundierten, wissenschaftlich basierten tierärztlichen Expertise vertrauen.

Mit HealthBalance in Niederuzwil haben Sie als Tierhalter oder Tierarzt Ihren geeigneten Partner gefunden, der auf die Individualität jedes Stalls grossen Wert legt und mit dem sie auf die in diesem Bereich umfangreichste Erfahrung in der Schweiz zählen dürfen.

 

Bisheriges Entwurmungskonzept

Während mehrerer Jahrzehnte wurden die Pferde gemäss Kalender drei oder vier Mal pro Jahr ungeachtet ihres tatsächlichen Befalls und der Haltungsbedingungen entwurmt. Die daraus resultierende Situation erschien im Hinblick auf das Ausbleiben klinischer Erkrankungen stabil. Der mit diesen Standardempfehlungen verbundene regelmässige Kontakt der Magen-Darmparasiten mit den Medikamenten führte im Laufe der Jahre jedoch zu einer Gewöhnung der Erreger an die Wirkstoffe. Es bildeten sich resistente Wurmpopulationen, die nicht mehr oder nur noch unvollständig auf die Entwurmungsmittel reagierten. Dieser Wirkungsverlust fällt beim erwachsenen Pferd nicht auf, da üblicherweise keine Behandlungskontrollen durchgeführt werden. Weil die überwiegende Mehrheit der behandelten Pferde ohnehin nur einen sehr geringen Wurmbefall aufweist, der nicht mit Krankheitszeichen verbunden ist, wird der Effekt einer Behandlung für den Tierhalter nicht wahrnehmbar.

 

Situation in der Aufzucht

Während der Wirkungsverlust der Entwurmungsmittel bei den erwachsenen Pferden in der Regel keine direkten klinischen Konsequenzen hat, kann er in der Aufzucht ein erhebliches Problem darstellen. Die jungen Pferde besitzen infolge ihrer noch unausgereiften Immunabwehr eine deutlich höhere Empfänglichkeit gegenüber Strongyliden und Spulwürmern. Wirksame Medikamente sind daher zwingend notwendig, um Pferde dieser Altersgruppe effizient gegenüber Parasitenbefall zu schützen. Im Jahr 2014 wurde im Rahmen unseres Bestandes-Monitorings in einer Schweizer Aufzuchtherde ein Spulwurmbefall diagnostiziert, der mit keinem der hierzulande erhältlichen Wurmmittel kontrollierbar war. Die Behandlung gelang nur mit einem aus dem Ausland importierten Medikament. Solche Szenarien sind in Zukunft vermehrt zu erwarten und können zu lebensbedrohlichen Situationen bei den Aufzuchtpferden führen.

 

Umdenken

Auch die in die herkömmlichen Standardbehandlungen einbezogenen Pferde sind anschliessend nicht parasitenfrei. Kein Wurmmittel kontrolliert einen Befall zu 100 % und viele Entwicklungsstadien der Parasiten in der Darmschleimhaut werden bei den Behandlungen nicht erfasst, auch wenn keine Resistenz vorliegt. Das parasitenfreie Pferd ist und bleibt somit eine Utopie. Die Auseinandersetzung mit einer Wurmpopulation ist für ein Weidetier ein normaler Vorgang und stellt für ein gesundes Pferd keine Bedrohung dar. Es gibt sogar gute Gründe anzunehmen, dass dieser Kontakt für das Immunsystem und damit für den gesamten Organismus positive Effekte hat. Ein für viele Pferdehalter nicht ganz einfach zu akzeptierender Gedanke ist, dass wir unsere Grundeinstellung ändern und lernen müssen, die Koexistenz von Wirtstier und Parasit zu tolerieren.

 

Bewahrung der verbliebenen Ressourcen

Für die Kontrolle der Magen-Darm-Rundwürmer des Pferdes (z.B. Strongyliden, Spulwürmer) stehen uns derzeit nur drei verschiedene Wirkstoffgruppen zur Verfügung, die zum Teil bereits sehr resistenzbelastet sind. Von Seiten der Industrie ist kurzfristig nicht mit Neuentwicklungen zu rechnen. Das Ziel aller am Parasiten-Management des Pferdes beteiligten Kreise muss es daher sein, diese wenigen Ressourcen zukünftig durch einen sehr verantwortungsvollen Umgang zu bewahren. Das von HealthBalance in Niederuzwil im Rahmen des Parasiten-Monitorings angebotene Dienstleistungsspektrum kommt dieser Vorgabe entgegen und bietet die optimale Grundlage für einen nachhaltigen Einsatz der Entwurmungsmittel bei Ihren Pferden.